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Kategorie: Postkarten und Kalender

Ein Huhn für die Oma

Eine wahre Geschichte über Zeit, Erinnerungen und Dinge, die nie passiert sind – und trotzdem bleiben.


Es war schon recht spät, als ich ins Altersheim kam. Meine Oma saß vor der Tür und unterhielt sich mit einer weiteren Frau, die ebenfalls in einem Rollstuhl saß. Sie ist bereits 90 und kann aufgrund des hohen Alters nicht mehr eigenständig laufen. Der anderen Frau ging es ebenso.

Ich überreichte ihr einen halben Laib Brot, den sie gerne haben wollte. Es sollte das Brot von Schneiders sein – Quark-Kartoffelbrot. Sie ist ein wenig eigensinnig, was die Wahl ihres Brotes angeht.

Ich setzte mich auf einen Metallstuhl und begann, mich in das Gespräch der alten Frauen einzubringen. Es war ein sehr warmer Spätsommertag, und die drückende Hitze des Tages war verflogen. Es war angenehm warm, und hier und dort legte sich ein kühler Luftzug über die Haut.


Das Fotobuch

Nach einiger Zeit zog die alte Frau ein Fotobuch aus der Tasche und begann darin zu blättern. Sie wirkte glücklich über das Buch und dennoch traurig zugleich. Wir redeten weiter, und sie hatte es während dieser Zeit mehrere Male durchgeschaut.

Es hatte nicht viele Seiten, und ich war überrascht zu sehen, dass es keine gewöhnlichen Fotos waren. In einer digitalen Welt hatte sich jemand die Mühe gemacht, Polaroid-Bilder zu schießen. Die Seiten des Buches waren gerade so groß, dass ein Bild auf jede Seite passte – darunter ein paar Zeilen Text.

Auf meine Frage hin begannen wir über das Fotobuch zu sprechen. Sie erzählte, dass sie es erst heute mit der Post bekommen hatte. Dennoch wirkte es schon leicht abgegriffen, und an der oberen linken Seite hatte es einen Knick, der mich fälschlicherweise vermuten ließ, dass es schon älter sei.


Hühner in Berlin

Sie berichtete, dass es ihre Schwiegertochter sei, die in Berlin wohnt, und dass sie das Buch von ihr und ihrem Sohn bekommen hatte. Sie wollten am Wochenende zu Besuch kommen.

Sie zeigte uns ein Bild, auf dem eine Frau zu sehen war, die drei Hühner auf dem Schoß hatte. Es war ihre Schwiegertochter. Nebengewerblich betreiben sie Landwirtschaft, und eine Kuh hatte gekalbt – aus diesem Grund konnte sie nicht bei ihr sein.

Früher, als sie noch laufen konnte, sei sie mehrmals im Jahr mit dem Zug nach Berlin gefahren. So erzählte sie auch von ihrem ersten Flug, da ihr Sohn es für besser gehalten hatte, die langen Zugreisen durch Flüge abzukürzen.


Die Hühner, die es nie gab

Meine Oma erzählte davon, dass sie ebenfalls gerne Hühner gehabt hätte. Ach, wie gerne sie doch Hühner gehabt hätte. Andere wollten Hunde oder Katzen, aber ihr Fokus lag schon immer auf Hühnern. Sie konnte nicht erklären, warum – und um die Eier ging es ihr nicht, das machte sie deutlich. Sie sagte es mehrfach.

Sie hätte gerne Hühner gehabt, aber der Opa wollte das nicht.

Ich fragte, warum sie nach Opas Tod keine Hühner bekommen hätte. Er ist bereits seit 30 Jahren tot, und sie hatte seitdem auch niemanden mehr in ihr Leben gelassen – obwohl sie noch nicht so alt gewesen wäre, dass sie sich nicht hätte jemand anderen suchen können.

Sie sagte forsch:
„Ja nein, dann wollte ich auch keine mehr haben.“

Mir war neu, dass die Oma gerne Hühner gehabt hätte. Ich tat es erst einmal ab. Wahrscheinlich die gleiche Geschichte wie die mit dem Kratzer im Auto, der auf keinen Fall von ihr kommen konnte. Ich hatte auch das Riemchen, das neben der Garage lag und in Höhe des Kratzers am Auto von allein von der Wand gefallen war, nicht wieder festgeklebt.

Nu gut die Oma wollte ein Huhn haben und ich beschloss das zu erledigen.

Denke die Oma war glücklich über das Huhn und die Pfleger hatten alle Hände voll zutun dass Huhn wieder zu fangen.  Ich war glücklich zu sehen, dass sie es nicht fangen konnten und so waren alle glücklich.

Ein letzter Blick

Die alte Frau nahm ihr Fotobuch, warf noch einmal einen Blick darauf und steckte es in ihre Tasche. Für sie war es mehr wert als alles andere.

Sie war traurig und glücklich zugleich.


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